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Rheinberger Orgel
Die wiederhergestellte Rheinbergerorgel in der Kirche St. Florin
 
1871 beauftragte S.D. Fürst Johannes II. von und zu Liechtenstein den in München wirkenden liechtensteinischen Komponisten, Lehrer und Organisten Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) für eine Orgel zu sorgen «die seiner Kirche würdig sei.» Rheinberger disponierte eine Orgel mit drei Manualen und 33 Registern. Mit dem Bau der Orgel beauftragte er die damals berühmte Orgelbaufirma Steinmeyer in Öttingen, Bayern. 1874 wurde die Orgel in die neue Kirche eingebaut. Das Kollaudierungskonzert, das Rheinberger am 31. März 1874 spielte, begeisterte die Zuhörer. Um dem Stilwandel in der Musik zu folgen, wurde die Orgel im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut. Die teils einschneidenden Veränderungen, bei denen ganze Register ausgewechselt wurden, führten schliesslich zu einem uneinheitlichen und unbefriedigenden Klangbild. Dazu kamen Probleme mit der Windversorgung und der Elektrik. 2010 beschloss der Vaduzer Gemeinderat, durch einen Neubau im restaurativen Sinn, die Orgel in ihr ursprüngliches romantisches Klangbild zurückzuführen, um die Werke Rheinbergers und seiner Zeitgenossen wieder in ihrem authentischen Klang erklingen lassen zu können. Die 20 original erhaltenen Register aus Rheinbergers Disposition, galten dabei als Basis und Richtlinie für die Erneuerung. Das Gehäuse blieb unverändert. Ebenso wurde die historische Stimmung (a = 431 Hertz) beibehalten. Für die Begleitung von Streich- und Blasinstrumenten wurde ein Positiv in der heutigen Stimmung eingebaut. Die Orgel hat nun 48 Register auf drei Manualen und Pedal. Der Auftrag für den Bau der Orgel ging an die Orgelbaufirma Eule in Bautzen, Deutschland, die sich sowohl durch Neubauten, wie auch durch Restaurierungen romantischer Orgeln einen Namen gemacht hat. Der Neubau der Orgel wurde ermöglicht durch die Exklusivförderung der Gedächtnisstiftung Peter Kaiser (1793- 1864), Vaduz, unter dem Vorsitz des Fürstlichen Kommerzienrates Prof. DDr. Herbert Batliner. Die Gemeinde Vaduz freut sich, wieder eine Orgel zu besitzen, die als «Königin der Instrumente» Beachtung finden wird.
 
Ewald Ospelt, Bürgermeister
 
Orgel
 
Gedanken zur alt-neuen Orgel in Vaduz von JIŘÍ KOCOUREK
 
Fast auf den Tag genau drei Jahre intensiver, spannungsvoller Arbeit sind vergangen zwischen der Ausschreibung des Orgelbaus und der Einweihung zu Ostern 2013. An einem schönen Aprilabend 2010 haben wir die Pfarrkirche und Kathedrale St. Florin zu Vaduz mit der damaligen Orgel erstmals besucht. Nach den wunderbaren Eindrücken von Landschaft und Ort erwartete uns ein Instrument, das zwar äusserlich noch ehrwürdiges Alter ausstrahlte,
doch sein klanglicher Glanz war verblasst, matt und kraftlos, das Gehäuse grau und seiner Fialen beraubt, die Technik komplett ersetzt. Mehrere Umbauten hatten das einst interessante hochromantische Instrument von Georg Friedrich Steinmeyer von 1873 zur Unkenntlichkeit entstellt.
 
Doch die genaue Durchsicht des Pfeifenbestandes ergab, dass von 25 der einst 33 Originalregister von 1874 noch Pfeifen vorhanden sind – einschliesslich der Prospektpfeifen aus Zinn, die an den in Deutschland erhaltenen Steinmeyer-Orgeln fast ausnahmslos 1917 dem Ersten Weltkrieg geopfert wurden. Als sehr nachteilig erwies sich die Zurücksetzung des Gehäuses um zwei Meter von 1947, die beibehalten werden musste. Sie schloss von Vornherein eine Rekonstruktion der Steinmeyer-Orgel auf Kegelladen aus und erforderte zudem eine äusserst sorgfältig durchdachte innere Anlage der Orgel, um trotzdem alle Klangfarben Steinmeyers sowie die gewünschten Erweiterungen und Technik unterzubringen.
 
In unser Orgelbaukonzept auf Basis der Ausschreibung von Herrn Andreas Zwingli als Orgelsachverständigem konnte wir unsere Erfahrungen aus der Restaurierung und Teilrekonstruktion der grossen Steinmeyer-Orgel in Bamberg, St. Martin (1894) einfliessen
lassen, samt den damals getätigten Vorstudien, ausserdem die Kenntnis einer Reihe von Steinmeyer-Orgeln aus der gleichen Bauzeit wie jene in Vaduz, die in Tschechien erhalten geblieben waren. Einige von ihnen dienten später als Vorlage für die Rekonstruktion der fehlenden Steinmeyer-Register in Vaduz.
 
Schon im Juli 2010 wurde die alte Orgel ausgebaut, um Baufreiheit für die Renovierung der Vaduzer Kathedrale zu schaffen. Alle erhaltenen Steinmeyerschen Pfeifen wurden in unserer Werkstatt zunächst fachgerecht zwischengelagert, während die durchaus qualitätvollen Orgelteile von 1947 und alles Übrige in der Gemeinde zwischengelagert und schrittweise veräussert wurden.
 
2011 begannen die Arbeiten an der Detailkonstruktion der gesamten Orgelanlage. Das Pfeifenwerk wurde vermessen und dokumentiert, die Mensuren der zu rekonstruierenden und zu ergänzenden Pfeifen entwickelt. Zwei weitere Studienreisen zu Steinmeyer- Orgeln waren dafür notwendig sowie mehrere Beratungstermine mit dem betreuenden Orgelsachverständigen Andreas Zwingli. Auch die Werkstattarbeiten begannen bereits 2011. Im Laufe des folgenden Jahres war zeitweise die gesamte Werkstatt mit dem Bau der verschiedenen Orgelteile beschäftigt.
 
Alle 956 erhaltenen Steinmeyer-Pfeifen wurden restauriert, alle fehlenden nach Originalvorlagen rekonstruiert. Die Orgel erhielt eine stilistisch passende, das heisst von Steinmeyers Klang im deutsch-spätromantischen Stil ausgehende Erweiterung auf zwei Wegen: zum einen durch sieben zusätzliche Register und ein Tremulant im III. Manual, zum anderen durch  je drei Vorabzüge und Transmissionen, durch die bestimmte Register doppelt von zwei Klaviaturen beziehungsweise bei den Registern, die mit mehreren Pfeifen pro Taste besetzt sind, die erste Pfeifenreihe separiert gespielt werden können, was die klangliche Abstufung und Kombinierbarkeit deutlich erweitert. Die sieben zusätzlichen Register im III. Manual, das Steinmeyer nur als sanftes Echowerk konzipiert hatte, geben ihm nun einen reichhaltigen, dynamisch variablen und farbigen Klang, der alle typischen Klangfarben der deutschen Spätromantik enthält, vor allem die sphärisch schwebende Vox coelestis, die charmante Floete travers 4’, die brillante Progressio (eine Geigenprincipalmixtur) und die lyrische Oboe. Mit der Trompette harmonique wird auch die Darstellung der Musik der französischen Romantik ermöglicht. Ein wirksamer Schwellkasten umschliesst das Pfeifenwerk des III. Manuals und erlaubt das stufenlose Lauter- und Leiserschwellen.
 
Eine Besonderheit ist die Physharmonika: sie ist ein quasi in die Orgel eingefügtes Harmonium und war im 19. Jahrhundert sehr beliebt, Steinmeyer selbst hat sie in fast zwanzig seiner Orgeln eingebaut – allerdings nicht in Vaduz. Nach Besichtigung erhaltener Vorlagen entschieden wir uns jedoch, die Physharmonika nach Eberhard Friedrich Walcker zum Vorbild zu nehmen – sie hat einen noch edleren, klareren und silbrigeren Klang und eine deutlich grössere Schwellwirkung durch ihren kombinierten Deckel- und Windschweller. Sie besitzt eine eigene Windlade, die in die Traktur des III. Manuals eingreift.
 
Um den historischen, tieferen Stimmton von 431 Hertz beibehalten zu können, aber auch mit heutigen Instrumenten zusammen spielen zu können, wurde noch ein auf 440 Hertz gestimmtes Begleitwerk integriert mit zwei Registern, dass vom I. Manual angespielt wird und im Untergehäuse hinter dem Spieltisch steht. Es ist mit zwei Registern aus unserer eigenen Haustradition (Hermann Eule) bestückt: Rohrflöte 8’ als füllige, samtig gefärbte Grundstimme und die trichterförmige Canora 4’ als zeichnende, klare Aufhellung.
 
Wegen des reduzierten Platzes im zurückgesetzten Gehäuse wurden alle Register auf Schleifladen gebaut. Hauptwerk und II. Manual stehen auf Höhe der Prospektpfeifen direkt vorn hinter dem Prospekt: in der Mitte das Hauptwerk, beidseitig davon das II. Manual (Seitenwerk). Das III. Manual steht in der Mitte hinter dem Hauptwerk um 90cm höher und ist «auf Sturz» gedreht; es nutzt den Querschnitt des Turmbogens, um die Platzsituation zu entlasten. Das Pedal steht wie bei Steinmeyer 1873 im Unterbau der Orgel. Vorn sind die kleineren Pfeifen (Kleinpedal), hinter dem Hauptstimmgang folgen die bis zu fünf Meter grossen offenen 16'- Pfeifen (Grosspedal). Das Begleitwerk steht vorn mittig im Unterbau hinter dem Rücken des Organisten;die Türen im Gehäuse können zur Klangverstärkung geöffnet werden. Die Die Physharmonika ist unterhalb des Schwellkastens eingebaut. Balganlage steht in einem klimaisolierten Gehäuse in der Turmkammer hinter der Orgel.
 
Der Spieltisch wurde wie 1873 frei vor der Orgel stehend gebaut und der Ästhetik von Steinmeyer in jener Zeit nachgebildet, einschliesslich wichtiger Details wie dem neogotischen Gehäuse und den farbigen Registerschildchen, ohne freilich – bedingt durch die
technischen Ergänzungen der heutigen Zeit – eine Kopie sein zu können. Die gesamte Traktur wurde wie bei Steinmeyer mechanisch eingerichtet. Auch hier erhielt die Orgel eine Erweiterung: eine parallel beziehungsweise additiv wirkende elektrische Registeranlage mit elektronischer Speicherung, mit der 10 000 Registerkombinationen eingespeichert und durch Knopfdruck abgerufen werden können. Auch die vier Kollektivtritte nach Steinmeyer arbeiten über diese Registrieranlage. Die ursprünglich nur drei Koppeln wurden um drei weitere ergänzt.
 
Im Spätherbst 2012 wurde die Orgel in unserem Montagesaal in Bautzen vormontiert. Anfang Januar 2013 gingen die gut verpackten Orgelteile in mehreren Lastkraftwagen dann auf die Reise nach Vaduz. Unser Montageteam baute zunächst die technische Anlage der Orgel auf. Anschliessend arbeiteten die Intonateure wochenlang an der klanglichen Feinabstimmung jeder einzelnen der 2700 Pfeifen auf die Raumakustik und den Zusammenklang mit den übrigen Pfeifen. Die Generalstimmung kurz vor Ostern 2013 schloss die Arbeiten ab.
 
Die Vollendung der grossen Orgel in der Pfarrkirche und Kathedrale St. Florin in Vaduz erfüllt uns nicht allein mit Freude und Stolz, sondern vor allem mit grosser Dankbarkeit. Wir konnten in Vaduz spüren, was 1819 ein Gutachter im thüringischen Allendorf schrieb: «…dass jetzt ein gewaltiger Orgelgeist in allen Gemeinden herrscht». Wir danken Herrn Bürgermeister Ewald Ospelt und ganz besonders Herrn Martin Laukas für die stets angenehme, zuverlässige und fachkundige Koordination und Organisation des gesamten baulichen Ablaufs. Wir danken auch dem Mesmer, Herrn Erich Ospelt, und allen Helfern, die beim Abladen und vielen weiteren Dingen geholfen haben. Besonders danken wir Herrn Professor DDr. Dr. h.c. Herbert Batliner und seiner Gedächtnisstiftung Peter Kaiser, die mit einer grossherzigen Förderung den Bau dieses Instruments ermöglicht hat.
 
Möge nun die alt-neue Orgel lange zur Ehre Gottes und zur
Freude der Vaduzer Bürger erklingen.
 
 
Disposition
Die Originaldisposition von 1873 erfuhr eine Erweiterung durch zusätzliche, hier kursiv
geschriebene Register.
 
I. Manual: Hauptwerk, Tonumfang C-g'"
 
Register
1873
Bauweise
Bordun 16' C-f"
C-f '''
durchgehend Holz gedeckt
Principal 8' C-f"
C-f '''
Zinn, C - d s ° im Prospekt
Tibia 8'
---
C - h ° Holz offen, ab c' Metall 50 %, ab c" überblasend, rekonstruiert nach Jàchymov 1876
Viola di Gamba 8'
---
ab C offen zylindrisch in Zinn 87,5 % mit
Expressionen und Streichbärten, rekonstruiert
nach Jàchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872
Gedackt 8' C-f
C-f'''
C-h' Holz gedeckt, ab c" Metall gedeckt
Quintflöte 5 1 /3
F-fs'
C-H Holz gedeckt, dann Holz offen, ab g'
Metall 50 % zylindrisch offen, C-E sowie g '- g '"
rekonstruiert
Octave 4'
C-f '''
Zinn, C-G im Prospekt
Gemshorn 4'
C-f '''
Metall, konisch
Quinte 2'VA
C-f '''
Vorabzug aus Mixtur
Octave 2'
---
fehlende Einzelpfeifen rekonstruiert
Mixtur 5-fach 2 ⅔'
7 Pfeifen
C 2 ⅔' + 2' + 1 3/5 ' + 1 1/3'+1', repet. c" 2 ⅔  ' +
2' + 2' eng + 1 3/5' + 1 1/3 ' und fs" 4' + 2 ⅔' + 2'
2' eng + 13/5 ', Terz konisch, übrige zylindrisch fehlende 273 Pfeifen rekonstruiert nach Vorbild Jàchymov 1876 in Probezinn (75 %)
Trompete 8'
---
Stiefel, Nüsse und Becher Probezinn 75 %, Becher mit schmalem Stürzenrand, ab fs" doppelte Länge, Kehlen, Krücken und Zungen Messing, rekonstruiert nach Jächymov 1876
 
 
Begleitwerk (wird in die Traktur des I. Manuals eingekoppelt, 440 Hertz)
 
Rohrflöte 8'
---
C-H Holz gedeckt, ab c° Metall 30 % mit Rohr
Canora 4'
---
Zinn 87,5 %, trichterförmig offen, nach    
Hermann Eule um 1893
 
II. Manual: Seitenwerk, Tonumfang C-g'"                     
 
Register
1873
Bauweise
Salicional 16'Tr.III
*
Transmission aus Manual III
Principalflöte 8'
C - f "'
C-H Holz offen, ab c° Metall
Liebl. Gedackt 8'
C - f "'
C-h' Holz gedeckt, ab c" Metall gedeckt
Aeoline 8'
---
ab C offen zylindrisch in Zinn 87,5 % mit Expressionen und Streichbärten, rekonstruiert nach Jàchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872
Fugara 4'
C - h°
zylindrisch eng, ab c' rekonstruiert Metall 75 % nach Basslage und nach Jàchymov 1876
Flöte 4' C-h
C - h°
C - h ° Holz offen, ab c' Metall 50 % offen nicht überblasend mit Expressionen, ab c'° rekonstruiert
Nasard 2 ⅔' VA
---
Vorabzug aus Cornett
Flageolet 2'
---
zylindrisch offen in Probezinn 75 %, ab c°überblasend , rekonstruiert
Cornett 3-5-fach 2 ⅔'
---
C 2 ⅔ ' + 2' +1 3/5 ', c° + 4', c' + 8', Bass konisch beginnend, bis 4/5' -Länge changierend nach zylindrisch, 8'-Chor c '-g " als Rohrflöte, Probezinn 75 %, rekonstruiert
Fagott-Clarinette 8'
---
rekonstruiert nach Vorbild Hof 1885, durchschlagend, Stiefel und Köpfe Holz, Zungenrahmen, Zungen und Stimmschieber Messing, trichterförmige Becher in halber Länge im Bass aus Holz, im Diskant aus Zinn 87,5 %
 
III. Manual: Schwellwerk, Tonumfang C-g'"
 
Register
1873
Bauweise
Salicional 16'
C - f "' *
C-Fs Holz gedeckt, G - h ° Holz offen (wieder angelängt, war 1947 abgesägt und gedeckt worden), ab c' Metall zylindrisch
Geigenprincipal 8'
C-ds'", f'"
C-H Holz offen (wieder angelängt, war 1947 abgesägt und gedeckt worden), ab c° Metall zylindrisch offen, e'" fs'" g'" rekonstruiert
Wienerflöte 8'
C- A
Holz offen, innen labiert, runde Aufschnittlöcher mit «Fröschen» angeblasen, ab B rekonstruiert nach Vorbild Jàchymov 1876
 
* Salicional 16' stand 1874 im II. Manual, aus Platzgründen jetzt im III. Manual.
 
Dolce 8'
C- f'"
C-H Holz offen, ab c° Zinn trichterförmig
Salicional 8'
---
ab C Metall 50 % zylindrisch offen mit Expressionen und Kastenbärten, neu nach Vorbild Jàchymov 1876, Hof 1885 und Cheb 1872
Vox coelestis 8' abc°
---
neu, Bauweise wie Salicional 8'
Geigenoctav 4' VA
---
Vorabzug aus Progressio
Viola 4' C-g"
c- g''
Metall zylindrisch, ab gs" rekonstruiert
Flöte travers 4'
---
C - h ° Holz offen innen labiert, ab c' Metall überblasend, rekonstruiert nach Jàchymov 1876
Flautino 2' C-a'
C- a'
Metall konisch, ab b' rekonstruiert in Probezinn 75 %
 
 
Progressio 3-4-fach 4'
---
C 4' + 2' + 1 1/3', c° + 2⅔', repetiert c" auf 5 1/3', Bauweise wie Geigenprincipal von 1873 in Probezinn 75 %
Trompete harm. 8'
---
neu, französische Bauweise nach C.-Coll in Probezinn 75%, Bertouneche-Kehlen, Krücken und Zungen in Messing, Becher ab c' doppelte Länge
Oboe 8'
---
neu, deutsche Bauweise, Becher in voller Länge bis H als einfache Trichter, ab c° Doppeltrichter mit Drehdeckeln, aufschlagend, aus Probezinn 75 %
Physharmonika 1
---
neu in der Bauweise von E. Fr. Walcker Hoffenheim 1845), auf eigener Windlade, durchschlagende Zungen aus Messing mit abnehmbaren Einzelton-Resonanzkörpern, doppeltwirkender Schweller als Deckel und als Windkanalsperrschieber
Tremulant
---
neu, Drucktremulant
 
Pedal, Tonumfang C-f, Klaviaturposition c° unter c'
 
Register
1873
Bauweise
Principalbass 16'
C-d'
durchgehend Holz offen, weit
Violon 16' 
C-d'
durchgehend Holz offen, eng
Subbass16'
C-d'
Holz gedeckt
Salicetbass 16' Tr. III
---
Transmission aus Manual III
Quintbass 10%'
---
Holz gedeckt, rekonstruiert nach Jàchymov 1876
Octavbass 8'
C-d'
C-Ds Holz offen, E - a ° Zinn im Prospekt
Violoncello 8'
C-d'
Holz offen eng
Dolcebass 8' Tr. III
---
Octavtransmission aus Salicet 16' Manual III
Flötbass 4'
C-d'
Holz offen
Posaune 16'
C-d'
aufschlagend, Stiefel und Köpfe Holz, Becher Holz in voller Länge, Kehlen Holz
 
Anmerkungen
Bei den erhaltenen Originalregistern von 1873 wurden die Manualtöne fs'" und g'" sowie die Pedaltöne ds' bis f' jeweils mensurgerecht ergänzt (nur in Dolce 8' konnten die vorhandenen Pfeifen weiterverwendet werden).
Alle späteren Eingriffe in die originalen Pfeifen wie z.B. Stimmschlitze, abgeschnittene Mündungen, entfernte Bärte wurden originalgetreu rückgängig gemacht.
Ein Teil der Prospektpfeifen war 1873 wahrscheinlich nicht klingend und wurde erst 1947 klingend gemacht; dies wurde beibehalten.
 
Kath. Dompfarramt zu Sankt Florin - St. Florinsgasse 15 - LI - 9490 Vaduz - Tel: 00423-23-23-616