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Die Kirchen
Die Kirche als solche ist noch nicht sehr alt. Religiöses Zentrum im Oberland des heutigen Fürstentums Liechtenstein war die Nachbargemeinde Schaan mit der auf Grundmauern des römischen Kastells erbauten St. Peterskirche.
 
Kirche Schaan
Immerhin wird um 1250 ein „Leutpriester“ in Vaduz genannt. Nach der Gründung der Grafschaft, 1342, wurde die Florinskapelle, die nach der geschichtlichen Lage schon im frühen Mittelalter entstanden sein könnte, eine gräfliche Eigenkirche. Sie barg zeitweilig auch die Grabstätte der Landesherren aus den Geschlechtern der Grafen von Werdenberg, Freiherren von Brandis, Grafen von Sulz und von Hohenems.
 
Nach 1375 wird das Gotteshaus wiederholt erwähnt, renoviert und vergrössert.
1712 erwarb Fürst Johann Adam von Liechtenstein die Grafschaft Vaduz und damit die Patronatsrechte an der Florinskapelle.
Erst 1842 lockerte sich die Bindung an die Mutterkirche Schaan durch die Errichtung einer selbständigen Kuratie und 1873 erhielten die Vaduzer mit dem bestehenden Gotteshaus ihre eigene Pfarrkirche.
 
 
Dem in seiner Wohltätigkeit unvergleichlichen Fürsten Johannes II: lag daran, dem Hauptort seines Landes ein repräsentatives Gotteshaus zu stiften und grosszügig auszustatten. Nach dem Entwurf des damals berühmten Baumeisters Friedrich von Schmidt, der an der Vollendung der Kölner Doms mitgearbeitet, das Wiener Rathaus und insgesamt 125 Gotthäuser erbaut hat, enstand in Vaduz 1869 – 1873 unter Leitung des Architekten Ignaz von Banko unser dreischiffige gotische Hallenkirche.
 
An der Südseite des eingezogenen, langgestreckten Chores öffnet sich ein halber Höhe das reich verzierte und mit dem grossen Voll-Wappen gekrönte Oratorium der fürstlichen Familie, an der Nordseite des Chores eine Seitekapelle für Gottesdienste in kleiner Gemeinschaft.
Nach Vollendung des Neubaues fiel die unansehnlich gewordene Florinskapelle nördlich der Pfarrkirche der Spitzhacke zum Opfer.
Im Jahre 1965 war der Zeitpunkt gekommen, die Pfarrkirche ebenso gründlich wie pietätvoll zu restaurieren, damit sie unter weitergehender Wahrung ihres ursprünglichen Charakters den neuen liturgischen Weisungen genügen und dem veränderten Stilgefühl unserer Zeit entsprechen könne.
Der frühere Hochaltar bewahrt die hl. Eucharistie, für die gemeinsame Opfer – und Mahlfeier steht die neue Mensa näher beim Volk und die Wortverkündigung erfolgt von einem schlichten Ambo aus.
Der Kirchenraum präsentiert sich nahezu wie ein Münster aus der grossen Zeit mittelalterlicher Baufreude, ein würdiges Gotteshaus für die betende Gemeinde, ein festlicher Raum für die kirchlichen Anlässe des Staates und des Fürstenhauses und für das 1997 errichtete Erzbistum.
 
Die Erzdiözese Vaduz wurde am 2. Dezember 1997 durch die Apostolische Konstitution „Ad satius consulendum" von Papst Johannes Paul II. errichtet. Am 21. Dezember 1997 erfolgte in der zur Kathedrale erhobenen Pfarrkirche von Vaduz der öffentliche und feierliche Vollzug der Errichtung sowie die Amtsbesitzergreifung durch den ersten Erzbischof.
Das Erzbistum Vaduz fügt sich in die Reihe jener konferenzfreien Erzdiözesen in Europa ein, die unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt sind. In einer Mitteilung der zuständigen Apostolischen Nuntiatur heisst es dazu: „Die Gründe dafür liegen in ihrem geographischen Erscheinungs-bild ebenso wie in ihrer besonderen Geschichte und herausgehobenen Stellung auf ziviler, kultureller, gesellschaftlicher und religiöser Ebene". Im Jahre 1985 wurden offizielle diplomatische Beziehungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und dem Apostolischen Stuhl aufgenommen. Am 8. September 1985 weilte Papst Johannes Paul II. zu einem Pastoralbesuch im Lande Liechtenstein
Kath. Dompfarramt Sankt Florin - St. Florinsgasse 17 - 9490 Vaduz - LIECHTENSTEIN - Tel: (00423) 232 36 16